Nationale Armutskonferenz fordert: Recht auf selbstbestimmte Familienplanung muss für alle Menschen gelten

Köln. Frauen sind in Deutschland häufiger von Armut betroffen als Männer. Mehr als 2,2 Millionen Frauen im erwerbsfähigen Alter leben von Hartz IV.Gründe für die Armut sind Unterbrechungen in den Erwerbszeiten durch Kindererziehung und Pflege, der hohe Anteil an Teilzeitbeschäftigungen und schlechtere Bezahlung. Die Nationale Armutskonferenz (nak) fordert deshalb anlässlich des Internationalen Frauentags (8. März) mehr Unterstützung für Frauen in Notlagen – auch wenn es um das Thema Verhütung geht.

Belastend für viele Frauen könne sein, so die nak, dass sie die Kosten für Verhütungsmittel selbst zahlen müssen, wenn sie über 20 Jahre alt sind. Pille, Diaphragma, Hormonpflaster oder Spirale sind kaum vom Regelsatz zu finanzieren. Auch Studentinnen, Auszubildende oder Frauen, die Wohngeld erhalten, können Verhütungsmittel oft nicht mehr bezahlen.

Deshalb stelle sich für Frauen in finanzieller Not die existenzielle Frage, wie sie eine für sie geeignete Verhütung finanzieren können, so Werena Rosenke, stellvertretende Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz: „Studien belegen, dass immer mehr Frauen auf unsichere Methoden ausweichen oder gar nicht verhüten, weil sie kein Geld dafür haben. Hier bedarf es einer gesetzlichen Verbesserung, sodass allen Frauen mit geringem Einkommen ein selbstbestimmtes Verhütungsverhalten ermöglicht wird.“

Aus Sicht der nak muss es dringendes Ziel politischer Bemühungen sein, einen Rechtsanspruch für die Kostenübernahme von Verhütungsmitteln für Frauen, die von Armut betroffen sind, sicher zu stellen. Rosenke: „Die Kostenübernahme soll verhindern, dass Frauen aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten Verhütungsmittel absetzen müssen oder nicht nutzen und in der Folge einen Schwangerschaftsabbruch in Betracht ziehen.“